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Zimmer 483: Chronik eines Verbrechens

Etwas Gutes kann man Tokio Hotel nachsagen: Sie gehen langsam unter.
Wohl ein wenig zu früh, scheinen sich die Produzenten gedacht zu haben, und schoben schwupps ein neues Album hinterher, mit dem prägnanten Namen "Zimmer 483".
Wie es beginnt, so endet es auch: Armselig. Das Grundriff wiederholt sich im gesamten Lied mehr als 20 Mal; Kreativität? Hirn für die Laufzeit des Albums bitte abschalten.
Eines muss man den 4 Jungs aber lassen - sie wurden glätter produziert als ein frisch gelackter Parkettboden. Dem Album fehlt es überall an markanten Ecken oder wenigstens interessanter Lyrik. Apropos Lyrik: Bitte erschießt mich. Die Lyrik hat sich in Sachen Unsinn mal wieder selbst übertroffen: Da zerbrechen Meere, man sieht das Licht der Dunkelheit nicht (die Erkenntnis!), da können Lichter lügen und Regenbögen sterben. Wer das als Interpretationsmöglichkeit ansehen will, wird enttäuscht.

Kommen wir weiter zum Aufbau. Wobei, da gibt es gar nicht viel zu sagen - jedes Lied ist gleich aufgebaut (Kurzes Einspiel, einsetzender Gesang, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, schlechtes Solo, Strophe, Ende) und so substanzlos wie der Erstling; zugeschnitten auf die Teeniegeneration, in der jeder seinen Schmachtfetzen abbekommt. Und wenn das bei einem Lied nicht der Fall ist - was erstaunlich selten passiert - , so darf man eines ihrer berühmten Emanzen-Poprocksongs erwarten.

Wobei, es gibt eine Ausnahme: Mit Lied Nummer 11 (Vergessene Kinder) machen sie zittrige Schritte in Richtung ernster Themen - und enden in einem völligen Fehltritt. Die peinlich glatte Produktion und die lächerliche Lyrik sowie Bills Keuchgesang wirken hier als Destruenten allererster Güte. Traurig, es hatte Potential.

Man muss zugeben, dass sie sich gebessert haben - wenn auch größtenteils nur durch das Produzententeam hinter ihnen. Auch, wenn
die Soli immer noch eine Beleidigung für wahren Rock und die Stücke an sich nichts weiter als einen Mischmasch scham- und ideenlos zusammengeklauter Riffs darstellen, unter dem Vorwand, Rock zu verkörpern oder in irgendeiner Weise zu produzieren: Liebes TH, das tut ihr nicht.

Trotz alledem darf man gespannt sein, was einen in Zukunft noch erwartet.

P.S.: Wer behauptet, Bills Stimme oder Gesang hätte sich verschlimmbessert, der lügt. Er pflegt, ein jedes Lied mit dem Stöhnen eines überfahrenen Grundschülers zu beenden - fast Mitleid erregend und ebenso abschreckend.

Aber für das nächste Platin wird es sicher reichen.

26.2.07 12:18
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Cowboyhat (27.2.07 16:34)
Danke!

Amen!

Mehr muss nicht gesagt werden!


:( (27.2.07 23:28)
Du bist ja nur neidisch!


Cowboyhat / Website (13.4.07 09:26)
Worauf?

Das mir keine kreischenden Teenie-Gören hinterher rennen?
Das ich mein Privatleben nicht vor (gefühlten, nicht reelen) 10000 Fans auswalzen muss?

Man, ich bin ja sowas von neidisch! Echt!


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